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Alle Jahre wieder: das Märchen vom reibungslosen Start ins neue Schuljahr

 

019. Sitzung des 6. Sächsischen Landtages, 16.06.2015

 

Rede von MdL Cornelia Falken in der Aktuellen Debatte auf Antrag der Fraktion DIE LINKE

„Alle Jahre wieder: Das Märchen vom reibungslosen Start ins neue Schuljahr“

 

-Auszug Protokollmitschrift / Es gilt das gesprochene Wort! -

 

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Mit dem Geschichtenerzählen haben Sie schon tüchtig angefangen mit Ihrer Ministerin,

 

(Christian Piwarz, CDU: Sie hat doch noch gar nicht gesprochen!)

 

und ich möchte die Geschichten, die bisher in der Presse dargestellt worden sind, schon noch einmal aufklären, weil die Unterrichtsqualität im Freistaat Sachsen rapide abnimmt. Wo liegen die Probleme? Wo liegt das größte Problem?

 

(Christian Piwarz, CDU: Ist das die Rede vom letzten Jahr?)

 

Das größte Problem liegt darin, dass die Staatsregierung und auch das Kultusministerium und die Ministerin nicht bereit sind, die Situation, die wir im Freistaat Sachsen zurzeit an den Schulen haben, überhaupt zu erkennen - oder sie wollen sie nicht erkennen. Die verfehlte Personalpolitik im Freistaat Sachsen über zwei Jahrzehnte führt dazu, dass die Probleme an den Schulen im Freistaat Sachsen immer größer werden. Ich frage Sie, werte Kollegen der CDU und der SPD: ln der Koalitionsvereinbarung haben Sie festgeschrieben, dass in diesem Jahr das Personalentwicklungskonzept, das seit vielen Jahren hier in diesem Hohen Hause gefordert wird- von meiner Fraktion. von meiner Partei-,

 

(Christian Piwarz, CDU: Vor allem von Ihnen, Frau Falken, das müssen Sie herausstellen!)

 

bisher immer noch nicht vorhanden ist. Das Schuljahr schönreden - das bringt es wirklich nicht.

 

(Fortwährende Zurufe des Abg. Christian Piwarz, CDU)

 

Realistisch anschauen - Herr Piwarz, wenn Sie eine Frage stellen wollen

 

(Christian Piwarz, CDU: Nein, ich rede dazwischen, das darf ich nämlich!)

 

- Sie haben gar keine Ahnung, deshalb können Sie gar keine Frage stellen; insofern sollten Sie vielleicht einmal den Mund halten. Hören Sie erst einmal zu, dann werden Sie vielleicht das eine oder andere sogar verstehen.

 

(Beifall bei den LINKEN)

 

Den Schuljahresbeginn schönzureden - reibungsloser Start, vor jeder Klasse steht ein Lehrer - bringt es nicht. 20 % der eingestellten Lehrerinnen und Lehrer sind schulartfremd eingestellt worden - das sind knapp 200 Lehrerinnen und Lehrer. 20 % sind Seiteneinsteiger - auch knapp 200 Lehrerinnen

und Lehrer, die zurzeit sofort in eine Fortbildung gehen müssten, um den Anforderungen, die im Freistaat Sachsen an den Schulen gestellt werden, wirklich gerecht zu werden.

 

Was passiert? Einen Kurs gibt es bisher im Freistaat Sachsen mit 25 Lehrerinnen und Lehrern, die ihre Ausbildung begonnen haben, und dabei ist der größte Anteil noch aus dem vergangenen Schuljahr, die zum Teil noch keine Ausbildungen als Pädagogen hatten. Wir wollen uns einmal anschauen, wie es mit den Einstellungszahlen aussieht. Die Ministerin hat verkündet, dass 964 Lehrerinnen und Lehrer unbefristet eingestellt worden sind - positiv, sehr gut, keine Frage.

 

(Christian Piwarz, CDU: Na also!)

 

Wenn Sie eine solche Fortbildung nicht hinkriegen, dann müssten Sie sie wenigstens als Zweitlehrer in die Klassen geben, in denen bereits erfahrene DaZ-Lehrer unterrichten. Schauen Sie es sich an, wir fordern Sie auf -

 

Vizepräsident Horst Wehner: Frau Falken, die Redezeit ist vorbei.

 

Cornelia Falken, DIE LINKE: Einen Satz noch. Wir fordern Sie auf, auch Daz-Klassen an den Gymnasien einzurichten.

 

(Beifall bei den LINKEN)

 

 

019. Sitzung des 6. Sächsischen Landtages, 16.06.2015

 

Rede von MdL Cornelia Falken in der Aktuellen Debatte auf Antrag der Fraktion DIE LINKE
„Alle Jahre wieder: Das Märchen vom reibungslosen Start ins neue Schuljahr“

 

-Auszug Protokollmitschrift / Es gilt das gesprochene Wort! -

 

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Mit dem Geschichtenerzählen haben Sie schon tüchtig angefangen mit Ihrer Ministerin,

 

(Christian Piwarz, CDU: Sie hat doch noch gar nicht gesprochen!)

 

und ich möchte die Geschichten, die bisher in der Presse dargestellt worden sind, schon noch einmal aufklären, weil die Unterrichtsqualität im Freistaat Sachsen rapide abnimmt. Wo liegen die Probleme? Wo liegt das größte Problem?

 

(Christian Piwarz, CDU: Ist das die Rede vom letzten Jahr?)

 

Das größte Problem liegt darin, dass die Staatsregierung und auch das Kultusministerium und die Ministerin nicht bereit sind, die Situation, die wir im Freistaat Sachsen zurzeit an den Schulen haben, überhaupt zu erkennen - oder sie wollen sie nicht erkennen. Die verfehlte Personalpolitik im Freistaat Sachsen über zwei Jahrzehnte führt dazu, dass die Probleme an den Schulen im Freistaat Sachsen immer größer werden. Ich frage Sie, werte Kollegen der CDU und der SPD: ln der Koalitionsvereinbarung haben Sie festgeschrieben, dass in diesem Jahr das Personalentwicklungskonzept, das seit vielen Jahren hier in diesem Hohen Hause gefordert wird- von meiner Fraktion. von meiner Partei-,

 

(Christian Piwarz, CDU: Vor allem von Ihnen, Frau Falken, das müssen Sie herausstellen!)

 

bisher immer noch nicht vorhanden ist. Das Schuljahr schönreden - das bringt es wirklich nicht.

 

(Fortwährende Zurufe des Abg. Christian Piwarz, CDU)

 

Realistisch anschauen - Herr Piwarz, wenn Sie eine Frage stellen wollen

 

(Christian Piwarz, CDU: Nein, ich rede dazwischen, das darf ich nämlich!)

 

- Sie haben gar keine Ahnung, deshalb können Sie gar keine Frage stellen; insofern sollten Sie vielleicht einmal den Mund halten. Hören Sie erst einmal zu, dann werden Sie vielleicht das eine oder andere sogar verstehen.

 

(Beifall bei den LINKEN)

 

Den Schuljahresbeginn schönzureden - reibungsloser Start, vor jeder Klasse steht ein Lehrer - bringt es nicht. 20 % der eingestellten Lehrerinnen und Lehrer sind schulartfremd eingestellt worden - das sind knapp 200 Lehrerinnen und Lehrer. 20 % sind Seiteneinsteiger - auch knapp 200 Lehrerinnen

und Lehrer, die zurzeit sofort in eine Fortbildung gehen müssten, um den Anforderungen, die im Freistaat Sachsen an den Schulen gestellt werden, wirklich gerecht zu werden.

 

Was passiert? Einen Kurs gibt es bisher im Freistaat Sachsen mit 25 Lehrerinnen und Lehrern, die ihre Ausbildung begonnen haben, und dabei ist der größte Anteil noch aus dem vergangenen Schuljahr, die zum Teil noch keine Ausbildungen als Pädagogen hatten. Wir wollen uns einmal anschauen, wie es mit den Einstellungszahlen aussieht. Die Ministerin hat verkündet, dass 964 Lehrerinnen und Lehrer unbefristet eingestellt worden sind - positiv, sehr gut, keine Frage.

 

(Christian Piwarz, CDU: Na also!)

 

Wenn Sie eine solche Fortbildung nicht hinkriegen, dann müssten Sie sie wenigstens als Zweitlehrer in die Klassen geben, in denen bereits erfahrene DaZ-Lehrer unterrichten. Schauen Sie es sich an, wir fordern Sie auf -

 

Vizepräsident  Horst Wehner: Frau Falken, die Redezeit ist vorbei.

 

Cornelia Falken, DIE LINKE: Einen Satz noch. Wir fordern Sie auf, auch Daz-Klassen an den Gymnasien einzurichten.

 

(Beifall bei den LINKEN)

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