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Falken: Immer weniger Kunst und Musik an Sachsens Schulen – Linksfraktion fordert mit Antrag Stärkung der kulturellen Bildung

„Kulturelle Bildung in sächsischen Schulen stärken – künstlerischen Fachunterricht absichern“ ist die Forderung, die die Linksfraktion heute mit einem Antrag (Parlaments-Drucksache 6/2988) im Landtag zur Beratung und Abstimmung stellt. Dazu erklärt Cornelia Falken, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

DIE LINKE verfolgt seit Jahren mit großer Sorge die Tendenz, den Fachunterricht in Musik und Kunst an den Schulen aus Kostengründen zu reduzieren. Das belegen meine Kleinen Anfragen zur „Absicherung des Kunst- und Musikunterrichts“. (Parlaments-Drucksachen 6/ 5566/5576/558 und 6/559) Im Grundschulbereich werden 60 Prozent des Kunst- und Musikunterrichts nicht mehr von Fachlehrern und -lehrerinnen unterrichtet. Phasenweise werden in verschiedenen Klassenstufen nur halbe Stunden für Kunst und Musik unterrichtet, und die aktuelle Stundentafel enthält in der Klasse 10 eine Wahlmöglichkeit zwischen Kunst und Musik.  

Außerschulische Einrichtungen kultureller Bildung sind kein gleichwertiger Ersatz für den regulären Schulunterricht, weil letzteren alle Heranwachsenden besuchen. Außerschulische Angebote an kultureller Bildung treten zu den schulischen hinzu, sie ergänzen und erweitern die kulturelle Bildung in der Schule. Der Deutsche Kulturrat warnt: „Sie sind kein Ersatz für die künstlerischen Schulfächer“ und „dürfen nicht als Vorwand für eine Reduzierung der Stundentafel missbraucht werden“. Einer solchen „Vereinnahmung von außerschulischen Aktivitäten“ widerspricht der Kulturrat ausdrücklich. 

Wir wissen uns einig mit dem Deutschen Kulturrat, der in einer Resolution vom März 2015 auf die künstlerischen Fächer als „unverzichtbaren Teil des schulischen Bildungsauftrags“ hingewiesen hat. Die Grundlage für die künstlerischen Fächer „bildet der Pflichtunterricht, der von akademisch ausgebildeten Kunst-, Musik- und Theaterlehrern erteilt werden muss. Dieser Unterricht muss in allen Schulformen und -stufen mit mindestens zwei Stunden pro Fach in den Stundentafeln erteilt werden.“ Um Lehrerinnen und Lehrern nötigen pädagogischen Freiraum für Unterrichtsgestaltung zu geben, halten wir Rahmenlehrpläne für das geeignete Instrument.

Ausgerechnet der Unterricht in Kunst und Musik soll weiter reduziert werden. Ab dem Schuljahr 2019/20 sollen in einigen Klassenstufen die Fächer Kunst und Musik um eine Wochenstunde verringert werden. Damit verstärkt der Kultusminister den Trend, Kunst und Musik (kulturelle Bildung) ganz in den Ganztagsbereich zu verlagern und den Fachunterricht weiter abzubauen. Das halten wir für völlig inakzeptabel. Musik und Kunst sind ein zentraler Bestandteil von Allgemeinbildung und für die Persönlichkeitsentwicklung von großer Bedeutung.