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Falken / Jalaß: Lehramtsausbildung nach Schulstufen wäre auch in Sachsen sinnvoll – Piwarz schießt mit Kanonen auf Spatzen

Der thüringische Bildungsminister Helmut Holter (DIE LINKE) hat angeregt, künftig Pädagoginnen und Pädagogen nicht mehr für Schularten, sondern nach Altersstufen auszubilden. So ließe sich vermeiden, dass der Nachwuchs vor allem an die Gymnasien strömt und an den anderen Schulformen weiter Lücken klaffen. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) lehnt das ab, weil er „die Einführung des Einheitslehrers für die Einheitsschule“ befürchtet.

Cornelia Falken, Sprecherin der Linksfraktion für Bildungspolitik, erklärt dazu:

„Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern nach Alters- bzw. Schulstufen ist sinnvoll. In Sachsen hat es einen solchen Vorstoß schon 2006 gegeben: Das Zentrum für Lehrerbildung der TU Dresden hatte ein Modell entwickelt, das vorsah, Pädagogen von der ersten bis zur zehnten Klassenstufe, also für die Primar- und Sekundarstufe I auszubilden, und von den Klassenstufen fünf bis zwölf. Damit sollte dem sich abzeichnenden ,hohen Bedarf an Lehrern für fast alle Schulformen‘ Rechnung getragen werden. Obwohl so dem Lehrermangel frühzeitig hätte vorgebeugt werden können, lehnte die Landesregierung den Vorschlag ab. 

An der ideologischen Borniertheit der CDU hat sich seitdem nichts geändert. Der Kultusminister lässt das Gespenst DDR-Schule wieder aufleben. Angesichts des von der CDU verursachten Lehrernotstands sollte sich der Minister mit dem Vorschlag ernsthaft auseinandersetzen. Die Mehrheit der Bevölkerung will, dass die Gemeinschaftsschule in Sachsen möglich wird – es wäre nur logisch, dementsprechend Lehrkräfte nach Schulstufen auszubilden.“

René Jalaß, Sprecher für Wissenschafts- und Hochschulpolitik, fügt hinzu:

„Der Kultusminister schießt mit Kanonen auf Spatzen! Es ist kein Einheitsbrei, wenn Lehrkräfte zunächst eine pädagogische Grundausbildung bekommen und sich danach auf Schulstufen spezialisieren, um altersbezogen lehren zu können. Auch wenn sich erst in Jahren positive Effekte zeigen würden, sollten wir damit anfangen. Die CDU hat in Sachen Schule schon einmal jahrelang gepennt – nun ist der Handlungsdruck beim Lehrkräftenachwuchs umso größer.

Anstatt eine ideologische Debatte zu führen, sollten wir über ein Lehrkräftebildungsgesetz für Sachsen sprechen, das Transparenz schafft – und auch darüber, wie viel Geld Referendarinnen und Referendare in Sachsen bekommen. Nachwuchspädagoginnen und -Pädagogen müssen hier nach dem Studium monatelang für ein Hungergehalt arbeiten und haben zunächst nur dann die Aussicht auf ein Durchschnittseinkommen, wenn sie auf dem Land tätig werden.“