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Falken: Tarifliches Alterszeitmodell für Lehrkräfte gefordert – Verbesserung des Personalschlüssels in Kitas vorantreiben

Zur heutigen Debatte des Landtags über die Fachregierungserklärung des Kultusministers unter dem Titel „Aufbruch in schwierigen Zeiten: Neue Impulse für das Bildungsland Sachsen“ erklärt Cornelia Falken, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

Von einem Neuanfang kann keine Rede sein. Sachsen steht vor einem bildungspolitischen Scherbenhaufen. Alles, was jetzt gerade noch getan werden kann, ist den Schaden zu begrenzen. Die beabsichtigte Verbeamtung schafft eine Zwei-Klassen-Lehrerschaft in der Schule. Von 30.000 Lehrkräften wird dieses Angebot maximal an 7.000 gemacht. Die Altersgrenze von 42 Jahren benachteiligt den größeren Teil der Lehrerschaft. Und ob verbeamtete Lehrkräfte ausgerechnet in die Regionen gehen, wo der Mangel am größten ist, das dürfte zu bezweifeln sein.   

Der Kompromiss der CDU/SPD-Koalition enthält Forderungen, die wir seit Jahren erheben, z.B. 

  • die Ausweitung der Lehramtsausbildung an den TU Chemnitz, 
  • Hebung der Stellen für Grundschullehrkräfte in die A 13/ E 13, auch die „Lehrer unterer Klassen“, hier ist zwingend eine tarifliche Regelung erforderlich;
  • Anerkennung der Abschlüsse von DDR-Lehrern, allerdings erst nach 28 Jahren aus der Not heraus und nicht, um die Leistung der Betreffenden zu würdigen;
  • Erhöhung der Ganztagsmittel,
  • 20 zusätzliche Schulpsychologen.

Um dem Lehremangel endlich abzuhelfen, fordert DIE LINKE u.a. vom Kultusministerium:

  • eine gerechte Bezahlung für gleichwertige pädagogische Tätigkeit und einen Netto-Lohnausgleich für angestellte Lehrkräfte im Vergleich zu Beamten,
  • einen sechsmonatigen Vorbereitungskurs und anschließend eine berufsbegleitende Fortbildung für Seiteneinsteiger vom ersten Schultag an,
  • ein tarifliches Altersteilzeitmodell mit u.a. zusätzlichen Anrechnungsstunden für Lehrerinnen und Lehrer ab dem 63. Lebensjahr,
  • eine Weiterentwicklung der Lehrpläne zu Rahmenlehrplänen statt einer unkoordinierten Kürzung der Stundentafel ohne Einbeziehung der Betroffenen.

Auf den Anfang kommt es an. Bei der Betreuer-Kind-Relation trägt Sachsen in den Kitas mittlerweile die rote Laterne in Deutschland. Dringend notwendig ist die Verbesserung des Betreuungsschlüssels, das erfolgt zu wenig und erst mit 15 Jahren Verspätung. Wir als Linksfraktion haben einen 12-Jahres-Plan vorgeschlagen, wie man langfristig die Situation entspannen kann. Wir dürfen nicht auch im Kita-Bereich dazu kommen, dass mit Maßnahmenpaketen regiert wird.