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Falken zu Lehrermangel: Personalpolitisches Armutszeugnis – Einstellungsverfahren nicht als reinen Verwaltungsakt verstehen

Zu den Einstellungen von Lehrerinnen und Lehrern zum zweiten Schulhalbjahr 2017/ 2018 erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Cornelia Falken:

 

Das Kultusministerium kann mit seiner Einstellungspolitik den Bedarf an Lehrkräften noch immer nicht decken. Das ist die Folge einer verfehlten Personalpolitik der vergangenen Jahre. Sie geht auf das Konto der CDU-Kultusminister.

Die aktuellen Zahlen des Einstellungsverfahrens zum Februar 2018 zeigen, dass nicht einmal alle freien Stellen – insgesamt 660 – besetzt werden konnten. Von den 622 besetzten Stellen sind 237 Stellen mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften und 385 Stellen mit Seiteneinsteigern besetzt. Damit steigt der Anteil der Seiteneinsteiger erneut: binnen eines Jahres von 30 auf 62 Prozent. Das gravierendste Personalproblem ist jedoch, dass von 323 Bewerbern mit einer grundständigen Ausbildung ein Drittel nicht im Lande gehalten werden konnte. Nur 237 Stellen konnten schließlich mit ihnen besetzt werden.

Als Konsequenz aus den schlechten Einstellungszahlen fordert DIE LINKE das Kultusministerium auf, die Seiteneinsteiger ein halbes Jahr vor Beginn der Unterrichtsaufnahme einzustellen und ihnen eine solide berufsbegleitende Weiterbildung zu teil werden zu lassen, die zu einem qualifizierten Lehramtsabschluss führt. 

Um Bewerber mit einer grundständigen Ausbildung im Lande zu halten, bedarf es einer Verbesserung der Unterrichtsbedingungen und der Bezahlung. Hier sind der Handlungsbedarf und der Zeitdruck am größten. Die Koalition muss endlich die nötigen personalpolitischen Entscheidungen zur Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufes treffen. Dazu gehört auch, die Einstellungsverfahren weniger als reinen Verwaltungsakt zu verstehen, sondern als partnerschaftlichen Umgang miteinander. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen den Eindruck gewinnen, dass sie gebraucht werden.