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Falken zu Massen-Mail-Aktion der Lehrkräfte: Landesregierung muss Forderung nach Netto-Lohnausgleich ernstnehmen!

Derzeit protestieren Lehrkräfte aller Schularten aus ganz Sachsen mit Massen-E-Mails an die Abgeordneten des Sächsischen Landtages gegen das Handlungsprogramm „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen“, das die Landesregierung aufgelegt hat. Kritisiert wird vor allem die Klassen-Gesellschaft in den Kollegien, die infolge der Verbeamtungspläne entstehen wird. Während Lehrkräfte unter 42 Jahren verbeamtet und finanziell bessergestellt werden sollen, enthält die Staatsregierung der Mehrheit der älteren Lehrkräfte eine solche Aufwertung vor und wertet damit ihre Arbeitsleistung ab.

Cornelia Falken, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für Bildungspolitik, erklärt:

„Ich begrüße diesen neuerlichen Massenprotest, auch wenn wir uns als Oppositionsfraktion nicht in erster Linie angesprochen fühlen. Wir teilen die Forderungen der Lehrkräfte und haben schon 2006 von dem drohenden Lehrkräftemangel gewarnt. Die Regierungsparteien, allen voran die CDU, erhalten nun die Quittung für ihre jahrelange Ignoranz und Fehlplanung. Bei ihnen ist der Protest richtig aufgehoben. Wir nehmen ihn jedenfalls sehr ernst und raten den Abgeordneten der Koalitionsfraktionen dringend, das auch zu tun.

Die Lehrkräfte fordern völlig zu Recht einem wirklichen Ausgleich für die Ungerechtigkeiten, die entstehen werden, wenn die Landesregierung die Verbeamtung umsetzt. Nötig sind klare Regeln, die in einem Tarifvertrag festgeschrieben werden. Es ist unsere Forderung nicht nur für die Haushaltsdebatte (Landtags-Drucksache 6/13145), dass die Staatsregierung mittels einer zusätzlichen monatlichen Ausgleichsleistung die erheblichen Nettolohnlücken gegenüber den neu verbeamteten Lehrerinnen und Lehrern so weit wie irgend möglich schließt.

Die Regierungspläne zur Verbeamtung sind ein schlechter parteipolitischen Kompromiss zulasten der Lehrkräfte, die seit vielen Jahren das sächsische Schulsystem am Laufen gehalten haben. Jetzt, da auch Bundesländer mit einem Beamtenstatus für Lehrkräfte wachsende Nachwuchsprobleme haben, ist die Verbeamtung ein ebenso verfehltes wie verspätetes personalpolitisches Instrument. Im kommenden Jahr haben auch die Lehrkräfte die Möglichkeit, jene politischen Kräfte an der Wahlurne zu unterstützen, die es ernst meinen mit der Gerechtigkeit im Lehrerzimmer und der Entlastung von Pädagoginnen und Pädagogen.“