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Falken zu Plänen für Oberschul-Reform: CDU will offenbar die Hauptschule wieder einführen und die Auslese verschärfen

Die Freie Presse berichtet heute über Pläne der CDU, die Oberschule erneut umzugestalten. Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Cornelia Falken:

 

Vor vier Jahren hatte die damalige Tillich-Regierung das Lieblingsprojekt der FDP umgesetzt, die „Weiterentwicklung der Mittelschule zur Oberschule“. Es beinhaltete drei Maßnahmen: erstens wurden Leistungsgruppen in den Klassenstufen 5 und 6 gebildet, zudem eine zweite Fremdsprache angeboten. Beides sollte den Übergang junger Menschen an das Gymnasium optimieren. Drittens sind seitdem sogenannte „Praxisberater“ im Einsatz, die Schülerinnen und Schüler „analysieren“ und ihnen ein „maßgeschneidertes“ Ausbildungsangebot unterbreiten sollen. Für ihren Einsatz an allen Schulen fehlten schon damals das Geld und mithin die Personalstellen. Diese drei Maßnahmen begrüßte die damalige Kultusministerin als ein „passgenaues“ Angebot. Tatsächlich verschärfte die Oberschule lediglich die Auslese unter den Schülerinnen und Schülern. Es ist kein Wunder, dass so viele junge Menschen ans Gymnasium streben.

Nun will die CDU-Fraktion offenbar diese „größte Reform im Schulwesen“ noch überbieten. Eine bessere Verzahnung mit Wirtschaftsunternehmen, etwa durch mehr Praktika, ist wünschenswert. Ich erinnere an unseren Vorschlag zur „Einführung eines modularen Polytechnikunterrichts“ von 2008 (Drucksache 4/11066). Aber die beabsichtigte „Aufwertung“ der Oberschule wird vor allem die Auslese der Schülerinnen und Schüler verschärfen. Mit der Wahl zwischen zwei Schullaufbahnen – entweder hin zur Berufsausbildung oder zum beruflichen Gymnasium – und den damit verbundenen Abstrichen am Lehrplanniveau will die CDU de facto zur Hauptschule zurückkehren. Das widerspricht dem berechtigten Ziel, die Oberschule eben nicht zur „Ramsch-Schule“ werden zu lassen. 

Wir lehnen Abstriche am Lehrplanniveau und eine sogar noch tiefere Auslese von Schülerinnen und Schülern ab. Auch eine polytechnische Bildung umfasst ein hohes Allgemeinwissen! Talente können sich nur entfalten, wenn sie dafür genug Zeit haben – deshalb sind Schritte in Richtung längeres gemeinsames Lernen so wichtig. Ich bin gespannt, wie die SPD auf die geplante Abkehr der CDU von der allgemeinbildenden Schulform Oberschule reagieren wird.

Vor vier Jahren hatte die damalige Tillich-Regierung das Lieblingsprojekt der FDP umgesetzt, die „Weiterentwicklung der Mittelschule zur Oberschule“. Es beinhaltete drei Maßnahmen: erstens wurden Leistungsgruppen in den Klassenstufen 5 und 6 gebildet, zudem eine zweite Fremdsprache angeboten. Beides sollte den Übergang junger Menschen an das Gymnasium optimieren. Drittens sind seitdem sogenannte „Praxisberater“ im Einsatz, die Schülerinnen und Schüler „analysieren“ und ihnen ein „maßgeschneidertes“ Ausbildungsangebot unterbreiten sollen. Für ihren Einsatz an allen Schulen fehlten schon damals das Geld und mithin die Personalstellen. Diese drei Maßnahmen begrüßte die damalige Kultusministerin als ein „passgenaues“ Angebot. Tatsächlich verschärfte die Oberschule lediglich die Auslese unter den Schülerinnen und Schülern. Es ist kein Wunder, dass so viele junge Menschen ans Gymnasium streben.

Nun will die CDU-Fraktion offenbar diese „größte Reform im Schulwesen“ noch überbieten. Eine bessere Verzahnung mit Wirtschaftsunternehmen, etwa durch mehr Praktika, ist wünschenswert. Ich erinnere an unseren Vorschlag zur „Einführung eines modularen Polytechnikunterrichts“ von 2008 (Drucksache 4/11066). Aber die beabsichtigte „Aufwertung“ der Oberschule wird vor allem die Auslese der Schülerinnen und Schüler verschärfen. Mit der Wahl zwischen zwei Schullaufbahnen – entweder hin zur Berufsausbildung oder zum beruflichen Gymnasium – und den damit verbundenen Abstrichen am Lehrplanniveau will die CDU de facto zur Hauptschule zurückkehren. Das widerspricht dem berechtigten Ziel, die Oberschule eben nicht zur „Ramsch-Schule“ werden zu lassen. 

Wir lehnen Abstriche am Lehrplanniveau und eine sogar noch tiefere Auslese von Schülerinnen und Schülern ab. Auch eine polytechnische Bildung umfasst ein hohes Allgemeinwissen! Talente können sich nur entfalten, wenn sie dafür genug Zeit haben – deshalb sind Schritte in Richtung längeres gemeinsames Lernen so wichtig. Ich bin gespannt, wie die SPD auf die geplante Abkehr der CDU von der allgemeinbildenden Schulform Oberschule reagieren wird.