Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Rede von MdL Cornelia Falken zum Antrag der AfD in Drs 6/4474 „Erhöhung der Stellenka- pazität des Freiwilligen Sozialen Jahres Pädagogik an sächsischen Schulen“

 

 

030. Sitzung des 6. Sächsischen Landtages

 

 

 

 

 

Rede von MdL Cornelia Falken zum Antrag der AfD in Drs 6/4474 „Erhöhung der Stellenka- pazität des Freiwilligen Sozialen Jahres Pädagogik an sächsischen Schulen“

 

 

 

 

 

- Es gilt das gesprochene Wort! –

 

 

 

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

 

 

 

 

 

Wir hatten keine Absprache, Herr Schreiber und ich. Ich will es gleich sagen, bevor ich mit meiner Rede beginne, weil ich sehr viele Akzente, die Sie gerade dargestellt haben, Herr Schreiber, auch in meiner Rede habe. Ich werde sie trotzdem vorstellen.

 

 

 

 

 

Die Überschrift und die Idee des Antrages der AfD klingen gut. Es scheitert natürlich ganz klar und eindeutig an den Haushaltsreserven, an dem beschlossenen Haushalt, den wir haben. Das hat Herr Schreiber bereits ausgeführt, das werde ich nicht noch einmal tun.

 

 

 

 

 

Bei der Einführung der Lehramtsausbildung zum Bachelor und Master vor circa zehn Jahren - einige von Ihnen werden sich noch daran erinnern - haben wir für das Lehramtsstudium im Rahmen einer Anhörung sehr intensiv und ausführlich darüber diskutiert, ob es nicht sinnvoller wäre, sich erst ein Jahr an der Schule anzuschauen, wie dieser Lehrerberuf eigentlich aussieht, bevor die jungen Leute ins Lehramtsstudium gehen. Das ist damals an der CDU gescheitert, ganz klar. Ja, sich auszuprobie- ren, bevor man ein Studium beginnt, um in einen Beruf einsteigen zu wollen, wäre eine hervorra- gende Berufsorientierung in der Vollendung. Das wünschen wir uns auch. Aber leider sieht die ak- tuelle Situation anders aus.

 

 

 

 

 

Erstens. Die jungen Leute, die ein FSJ Pädagogik gemacht haben, haben in den seltensten Fällen wirklich eine echte Chance, ein Studium im Freistaat Sachsen zum Lehramt zu bekommen. Sie wis- sen, dass wir in Sachsen für das Lehramt einen Numerus clausus haben, der sich von Jahr zu Jahr verändert. Viele dieser jungen Leute, die im Freistaat Sachsen keinen Studienplatz bekommen, ob- wohl sie genau dieses FSJ Pädagogik durchgeführt haben, gehen in andere Bundesländer und erhal- ten dort einen Studienplatz. Weil sie in der ersten Runde keinen Studienplatz erhielten, haben viele dieses Freiwillige Soziale Jahr mit der Hoffnung durchgeführt, dass sie nach erfolgreichem Ab- schluss des Freiwilligen Sozialen Jahres in Sachsen studieren können. Das passiert leider sehr sel- ten.

 

 

 

 

 

Der zweite Punkt, den ich ansprechen möchte - Herr Schreiber hat es auch schon benannt - ist: Wir brauchen in Sachsen schnell gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Die Personalpolitik der CDU hier im Freistaat Sachsen in den letzten 26 Jahren hat dazu geführt, dass an jeder Ecke und an je- dem Ende Lehrerinnen und Lehrer fehlen - in jeder Schulart, egal in welcher.

 

 

 

 

 

Wir können es uns aber zurzeit nicht leisten, die jungen Leute noch einmal in eine Schleife zu ste- cken. Wir brauchen an Grundschulen, Förderschulen und Mittelschulen verstärkt junge Lehrerinnen und Lehrer, inzwischen allerdings auch an Berufsschulen und Gymnasien. Wir müssen sehr gut be-

 

raten, entscheiden und überlegen, wo wir die Kraft und das Geld für gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer hineinstecken. Um die großen Lücken, die wir haben, zu schließen, ist das in für uns erster Linie die Lehramtsausbildung. Dazu haben wir gestern bzw. heute früh etwas in den Medien gehört.

 

 

 

 

 

Das heißt, wir brauchen mehr Studienplätze als wir zurzeit für das Lehramt zur Verfügung haben. Wir glauben, es ist zwingend notwendig, dass wir mehr Kraft, mehr Geld in die Seiteneinsteigerpro- gramme stecken müssen, um schnell Lehrerinnen und Lehrer an den sächsischen Schulen zu be- kommen.

 

 

 

 

 

Ein dritter Punkt, den wir als wichtig und notwendig ansehen, ist, dass der Lehrerberuf im Freistaat Sachsen attraktiver werden muss: einmal, um die jungen Lehrerinnen und Lehrer, die in Sachsen ausgebildet werden, hierzubehalten, und zum anderen, um aus den anderen Bundesländern Lehre- rinnen und Lehrer nach Sachsen zu holen. Die Idee ist gut, aber zurzeit überhaupt nicht umsetzbar. Wir werden den Antrag ablehnen.

 

 

 

 

 

(Beifall bei den LINKEN und den GRÜNEN).

 

030. Sitzung des 6. Sächsischen Landtages

 

 

Rede von MdL Cornelia Falken zum Antrag der AfD in Drs 6/4474 „Erhöhung der Stellenka- pazität des Freiwilligen Sozialen Jahres Pädagogik an sächsischen Schulen“

 

 

- Es gilt das gesprochene Wort! –

 

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

 

 

Wir hatten keine Absprache, Herr Schreiber und ich. Ich will es gleich sagen, bevor ich mit meiner Rede beginne, weil ich sehr viele Akzente, die Sie gerade dargestellt haben, Herr Schreiber, auch in meiner Rede habe. Ich werde sie trotzdem vorstellen.

 

 

Die Überschrift und die Idee des Antrages der AfD klingen gut. Es scheitert natürlich ganz klar und eindeutig an den Haushaltsreserven, an dem beschlossenen Haushalt, den wir haben. Das hat Herr Schreiber bereits ausgeführt, das werde ich nicht noch einmal tun.

 

 

Bei der Einführung der Lehramtsausbildung zum Bachelor und Master vor circa zehn Jahren - einige von Ihnen werden sich noch daran erinnern - haben wir für das Lehramtsstudium im Rahmen einer Anhörung sehr intensiv und ausführlich darüber diskutiert, ob es nicht sinnvoller wäre, sich erst ein Jahr an der Schule anzuschauen, wie dieser Lehrerberuf eigentlich aussieht, bevor die jungen Leute ins Lehramtsstudium gehen. Das ist damals an der CDU gescheitert, ganz klar. Ja, sich auszuprobie- ren, bevor man ein Studium beginnt, um in einen Beruf einsteigen zu wollen, wäre eine hervorra- gende Berufsorientierung in der Vollendung. Das wünschen wir uns auch. Aber leider sieht die ak- tuelle Situation anders aus.

 

 

Erstens. Die jungen Leute, die ein FSJ Pädagogik gemacht haben, haben in den seltensten Fällen wirklich eine echte Chance, ein Studium im Freistaat Sachsen zum Lehramt zu bekommen. Sie wis- sen, dass wir in Sachsen für das Lehramt einen Numerus clausus haben, der sich von Jahr zu Jahr verändert. Viele dieser jungen Leute, die im Freistaat Sachsen keinen Studienplatz bekommen, ob- wohl sie genau dieses FSJ Pädagogik durchgeführt haben, gehen in andere Bundesländer und erhal- ten dort einen Studienplatz. Weil sie in der ersten Runde keinen Studienplatz erhielten, haben viele dieses Freiwillige Soziale Jahr mit der Hoffnung durchgeführt, dass sie nach erfolgreichem Ab- schluss des Freiwilligen Sozialen Jahres in Sachsen studieren können. Das passiert leider sehr sel- ten.

 

 

Der zweite Punkt, den ich ansprechen möchte - Herr Schreiber hat es auch schon benannt - ist: Wir brauchen in Sachsen schnell gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Die Personalpolitik der CDU hier im Freistaat Sachsen in den letzten 26 Jahren hat dazu geführt, dass an jeder Ecke und an je- dem Ende Lehrerinnen und Lehrer fehlen - in jeder Schulart, egal in welcher.

 

 

Wir können es uns aber zurzeit nicht leisten, die jungen Leute noch einmal in eine Schleife zu ste- cken. Wir brauchen an Grundschulen, Förderschulen und Mittelschulen verstärkt junge Lehrerinnen und Lehrer, inzwischen allerdings auch an Berufsschulen und Gymnasien. Wir müssen sehr gut be-

raten, entscheiden und überlegen, wo wir die Kraft und das Geld für gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer hineinstecken. Um die großen Lücken, die wir haben, zu schließen, ist das in für uns erster Linie die Lehramtsausbildung. Dazu haben wir gestern bzw. heute früh etwas in den Medien gehört.

 

 

Das heißt, wir brauchen mehr Studienplätze als wir zurzeit für das Lehramt zur Verfügung haben. Wir glauben, es ist zwingend notwendig, dass wir mehr Kraft, mehr Geld in die Seiteneinsteigerpro- gramme stecken müssen, um schnell Lehrerinnen und Lehrer an den sächsischen Schulen zu be- kommen.

 

 

Ein dritter Punkt, den wir als wichtig und notwendig ansehen, ist, dass der Lehrerberuf im Freistaat Sachsen attraktiver werden muss: einmal, um die jungen Lehrerinnen und Lehrer, die in Sachsen ausgebildet werden, hierzubehalten, und zum anderen, um aus den anderen Bundesländern Lehre- rinnen und Lehrer nach Sachsen zu holen. Die Idee ist gut, aber zurzeit überhaupt nicht umsetzbar. Wir werden den Antrag ablehnen.

 

 

(Beifall bei den LINKEN und den GRÜNEN).