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Zugang zum Abitur erleichtern, nicht erschweren!

Zu Pressemeldungen, die schwarz-gelbe Regierungskoalition in Sachsen beabsichtige, den Zugang zum Gymnasium zu erschweren, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Cornelia Falken:
Das Vorhaben der Koalitionäre von CDU und FDP ist gleich in zweifacher Hinsicht - volkswirt-schaftlich und pädagogisch – unsinnig. Volkswirtschaftlicher Unsinn ist es, weil Sachsen mehr und nicht weniger Fachkräfte braucht. Das zu betonen, wird insbesondere die CDU nicht müde. Die Absolventenquote – das ist der Anteil der Akademiker an der Bevölkerung eines Jahrgangs – liegt in Sachsen nur bei 25 %, international dagegen beträgt sie 40 %. Wie man dem Fach-kräftemangel abhelfen will, indem man den Zugang zum Abitur erschwert, das bleibt wohl das Geheimnis der Koalitionäre.
Unsinn ist das Vorhaben von CDU und FDP aber auch aus pädagogischer Sicht. Denn sämt-liche Studien bestätigen, dass die Aufteilung der Schülerinnen und Schüler auf die weiter-führenden Schularten schon nach der 4. Klasse viel zu früh erfolgt. Aus dem Grunde hatte selbst der Ministerpräsident für eine größere Durchlässigkeit im Schulwesen plädiert. „Spät-zündern, die noch nicht nach Klasse 4 die Anforderungen des Gymnasiums erfüllen“, so Stanislaw Tillich, dürfe der Weg zur Hochschule nicht verbaut sein. Von einer Erleichterung des Weges von der Mittelschule aufs Gymnasium kann keine Rede mehr sein, wenn der erforder-liche Notendurchschnitt verschärft wird.
Das wird die ohnehin schon verschwindend geringe Zahl der Schülerinnen und Schüler, die von einer Mittelschule ans Gymnasium wechseln, noch weiter verringern. Sie liegt nach Klasse 6 derzeit bei 1,7 % und nach Klasse 7 gar bei nur 0,5 %. Die Koalitionäre handeln folglich mit ihrem Vorhaben, den Zugang zum Abitur einschränken, sowohl einer erhöhten Durchlässigkeit des Schulwesens als auch den volkswirtschaftlichen Erfordernissen zuwider. Eine moderne Bildungspolitik ist das nicht, eher eine Klientelpolitik nach Art der FDP. Offensichtlich fürchten Teile der bürgerlichen Mittelschicht um ihr Bildungsprivileg.